13.09.2018 08:08 Alter: 64 days
Von: Dirk Möwius

RC Geldern feiert 50-jährige Charter

Ein Auto für das Kinderpalliativteams Sternenboot


Ralf Esser, Governor mit seiner Frau Helga, Bernhard Vogel, Präsident RC Geldern mit seiner Frau Marlies und Past-Governor Paul Bösken-Diebels mit seiner Frau Anne

Geldern  Was wünscht man sich zum 50. Geburtstag? Der Rotary Club Geldern entschied sich, anderen ein Geschenk zu machen. Er finanzierte ein Auto für  das Kinderpalliativteams Sternenboot des Universitätsklinikums Düsseldorf.  Bei der Charterfeier   „Ein Fest für die Freundschaft“  im Seepark Janssen übergab Präsident Bernhard Vogel das Fahrzeug an Dr. Gisela Janßen.

In ihrer bewegenden Rede berichtete sie vom  zehnjährigen Theo. Er war kurz zuvor im Urlaub erkrankt. Innerhalb weniger Tage konnte er sich nicht mehr bewegen. Auch Sprechen war nicht mehr möglich. Als Ursache wurde ein sehr bösartiger Hirntumor gefunden. Gisela Janßen:  „Wir mussten den Eltern sagen, dass ihr Sohn wahrscheinlich bald sterben wird. Anfang der 80er Jahre äußerten erstmals Eltern eines krebskranken Kindes mir gegenüber den Wunsch, ihr sterbendes Kind zu Hause versorgen zu können. Es war für mich damals als junge Ärztin ziemlich unvorstellbar. Doch ich begleitete die Familie nach Hause, wo das Kind verstarb. Es war eine rein humanitäre, noch wenig professionelle und ehrenamtliche Hilfe, denn ich arbeitete tagsüber als Ärztin in der Kinderkrebsklinik der Uni Düsseldorf.“  Lange Zeit  blieb diese Begleitung eine ehrenamtliche Tätigkeit, die abends nach dem Dienst erfolgte, zu der aber Ärzte und Schwestern gerne bereit waren.  Erst Anfang 2000, als die Palliativmedizin immer mehr an Bedeutung gewann, gab es  Gespräche in der Klinik und auch mit den Krankenkassen. Ab 2003 arbeitete das Sternenboot  mit Erlaubnis und Versicherung der. 2007 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass jeder Mensch in Deutschland Anspruch auf eine häusliche Palliativversorgung hat. Seitdem hat die Palliativmedizin in Deutschland große Fortschritte gemacht. Zur Versorgung von Kindern gibt es heute zwei Kinderpalliativstationen, 16 stationäre Kinderhospize und zahlreiche ambulante Kinderhospizdienste sowie 30 spezialisierte Kinderpalliativteams  (sieben davon in NRW). Das Kinderpalliativteam Sternenboot besteht aus speziell ausgebildeten Ärzten, Kinderkrankenschwestern und einer Sozialarbeiterin.  Es betreut derzeit 60 bis 70 Kinder von 0 bis 25 Jahren im Regierungsbezirk Düsseldorf, das heißt vom Niederrhein über Köln ins Bergische Land und im Ruhrgebiet. Regelmäßig werden die Patienten zu Hause besucht. Besonders ist  eine 24-Stunden Rufbereitschaft mit Arzt und Schwester. Janßen: „ Im Notfall kommen wir jederzeit“.  Im Fall von Theo begann die Arbeit schon in der Klinik. Mit den Stationsärzten wurden die Bestrahlung und eine Chemotherapie organisiert. Theo braucht ein Spezialbett. Gisela Janßen: „Wir haben für den kleinen Computerfreak mit Hochdruck einen Sprechcomputer organisiert, den er mit den Augen steuern kann. Mit einem strahlenden Lächeln formulierte er den Satz: ,Chill mal, Mama‘.“

Das Motto „Ein Fest für die Freundschaft“ zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend im Seepark. 175 Gäste erlebten ein tolles Fest.  Die Partnerclubs RC Aalst-Noord und RC Rijk van Niijmegen  waren mit straken Delegationen vertreten,  viele Gäste aus benachbarten Clubs wie Kevelaer, Kleve (der vor 50 Jahren den RC Geldern gegründet hat), Kleve Schloss Moyland, Xanten und  Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers waren dabei.  Distrikt Governor Ralf Esser würdigte die Bedeutung von Rotary für die Gesellschaft und das, was der RC Geldern über 50 Jahre hinweg im sozialen Bereich regional und international geleistet hat, etwa  die langjährige Unterstützung der Aktion Polio Plus und des Kinderpalliativteams  Sternenboot.  Die Musikbeiträge der „Flegel“ aus Niijmegen unter der unnachahmlichen lebendigen Leitung von Hubert Hendriks, der selbst aktiver Rotarier ist, begeisterten und luden zum Tanzen ein.

Besonderer Höhepunkt  des Abends war die Ehrung der drei noch lebenden Gründungsmitglieder durch Governor Ralf Esser. Ernst Fischer, unmittelbar vor der Vollendung seines 99. Lebensjahres stehend, Rolf Kolb und Werner Knoflach wurden mit einem Saphir zum „Paul Harris Fellow“  unter Standing Ovations der Gäste ausgezeichnet.