< Distrikt 1870 -Treffen auf der Convention 2019 in Hamburg
19.06.2019 08:17 Alter: 150 days
Von: Dirk Möwius

Distriktkonferenz im Haus der Unternehmer in Duisburg

Ralf Esser reicht den Staffelstab an Jo Schroeter weiter


DUISBURG  „Freunde, habt Spaß an Rotary! Lasst uns nicht alles so bierernst nehmen, lasst uns Spaß miteinander haben“. Mit diesen Worten verabschiedete sich Ralf Esser als Governor von seinem Distrikt.  Dass die gut 200 Teilnehmer an der Distriktkonferenz im Haus der Unternehmer in Duisburg Spaß hatten, dafür hatten Esser und sein Club, der RC Mülheim a. d. Ruhr-Uhlenhorst, mit einem ebenso unterhaltsamen wie anspruchsvollem Programm gesorgt. Sein Nachfolger Joachim „Jo“ Schroeter kam der Aufforderung jedenfalls gern nach und lud die Mitglieder der 77 Clubs des Distrikts ein: „Kommt mit auf eine große Reise durch das rotarische Jahr!“

Mit Blick auf die  frischen Eindrücke der Convention in Hamburg erinnerte Ralf Esser daran, dass Rotary „viel, viel mehr“ sei als der eigene Club. Die Clubbesuche wie die Lektüre von 3996 Wochenberichten (Esser: „144 kommen noch dazu“) habe ihm gezeigt, dass aber auch die Sorgen am Ende vergleichbar seien. Er ging besonders auf die Mitgliederentwicklung ein. Noch immer gebe es weiße Flecken auf der Karte des Distrikts, also Städte und Gemeinden, in denen es pro 1000 Einwohner weniger als 0,4 Rotarier gebe. Diese Potenziale müsse man weiter nutzen. Dabei sollte man Rotaract als Partner verstehen. Verjüngung sei das Ziel, aber nicht als Dogma. Doch ohne neue Mitglieder gehe  es nicht weiter: „Das ist unsere Zukunft“. Esser machte sich auch dafür stark, mehr Interact-Clubs zu gründen.

Bei seinem Nachfolger rennt er damit offene Türen ein. Jo Schroeter bezeichnete die Themen Rotaract, Interact und Jugendaustausch als seine persönliche Herzensangelegenheit.  Genauso wichtig sei, dass nicht nur das einzelne Mitglied, sondern die ganze Familie sich bei Rotary einbringt. Angesichts großer gesellschaftliche Umbrüche müsse auch Rotary mit seinem Wertegerüst und den guten Strukturen neue Energie aufbringen, um attraktiv zu bleiben.

Was der Jugendaustausch bewegen kann, zeigte dann der farbenprächtige  Einmarsch der Inbounds. 49 Jugendliche aus 14 Ländern sind in 33 Clubs des Distrikts zu Gast. Eindrucksvoll erzählten die Austauschschüler, wie sie ihr Jahr erlebt haben und wie es ihr Leben verändert hat. Da war vom „besten Jahr in meinem Leben“ die Rede. Das bestätigte auch eine deutsche Austauschschülerin, die emotional von ihrem Jahr in den USA berichtete. Mit der bewegenden Zeile „Zuhause ist da, wo deine Freunde sind“  und dem Lied "Zuhause" von Adel Tawil  verabschiedeten sich die Jugendlichen. Burkhard Gronwald vom Jugenddienst  berichtete zuvor noch, dass die Inbounds mit einer Fotokalenderaktion so viel Geld gesammelt hatten, dass drei Shelter-Boxen angeschafft werden können.

Dass die Welt voller Umbrüche steckt und viele Gesellschaften auf dem Weg von der Demokratie zur Autokratie sind, hatte Dr. Hauke Hartmann im Festvortrag des Tages „Internationale Demokratie-Qualität heute. Welche Rolle spielen Zivilgesellschaft und wir als Rotarier?“ zuvor mit eindrucksvollen Vergleichszahlen belegt. Rotary schrieb der Wissenschaftler der Bertelsmann-Stiftung dabei eine durchaus positive Rolle zu.

Weiter gepflegt wird im  Distrikt der Gedanke der Stafette. So gehörte es auch zur Ämterübergabe, dass Willi Witt, Governor nominee 2020/21, und Peter Schaap, Governor elect 2021/22, mit auf der Bühne standen, um die kontinuierliche Fortsetzung der Arbeit zu gewährleisten.